US-Kongress fordert Facebook auf, die Entwicklung des Libra-Projekts zu stoppen

Erst vor wenigen Wochen bestätigte Facebook Gerüchte über das Libra-Projekt und veröffentlichte das Whitepaper seiner kommenden Kryptowährung. Libra wird eine globale Währungs- und Finanzinfrastruktur ermöglichen, die „Milliarden von Menschen rund um den Globus stärken“ wird. Das Whitepaper beschreibt die Pläne von Facebook zur Entwicklung einer neuen dezentralen Blockchain mit einer Kryptowährung mit geringer Volatilität, die durch mehrere Fiat-Währungen und Finanzanlagen unterstützt wird.

Leider waren weniger als 24 Stunden nach der Veröffentlichung des Whitepapers viele Mitglieder der Gemeinschaft, Regierungen, Regulierungsbehörden und Kongressabgeordnete nicht so glücklich, von der Kryptowährung von Facebook zu hören. In Europa forderten der französische Minister Bruno Le Maire und der deutsche Europaabgeordnete Marklus Ferber sofort strengere Vorschriften gegen den Social Media-Giganten. Die US-Gesetzgeber reagierten auch schnell mit dem Leiter des Ausschusses für Finanzdienstleistungen des Repräsentantenhauses der USA, der Kongressabgeordneten Maxine Waters, und forderten, die Entwicklung des Libra-Netzwerks einzustellen, bis Anhörungen zu diesem Thema stattfinden können.

Nun hat der Repräsentantenausschuss für Finanzdienstleistungen Facebook offiziell aufgefordert, alle Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Libra-Projekt und insbesondere der Stallmünze einzustellen. Der Brief an Mark Zuckererg, David Marcus und Sheryl Sandberg fordert Facebook und seine Partner auf, ein Moratorium für die Entwicklung des Libra-Projekts und seiner speziellen Calibra-Wallet zu vereinbaren. Nach dem Schreiben könnte das Projekt darstellen:

Ein völlig neues globales Finanzsystem, das seinen Sitz außerhalb der Schweiz hat und der US-Geldpolitik und dem Dollar Konkurrenz machen soll. Dies wirft nicht nur für die über 2 Milliarden Nutzer von Facebook, sondern auch für Investoren, Verbraucher und die gesamte Weltwirtschaft ernsthafte Bedenken hinsichtlich Datenschutz, Handel, nationaler Sicherheit und Geldpolitik auf.

Der Brief bezieht sich auch auf die 27 Mitglieder der Libra Association: PayPal, PayU (Naspers‘ fintech arm), Stripe, Visa, Booking Holdings, eBay, Facebook/Calibra, Farfetch, Lyft, MercadoPago, Spotify AB, Uber Technologies Inc., Iliad, Vodafone Group, Anchorage, Bison Trails, Coinbase Inc…, Xapo Holdings Limited, Andreessen Horowitz, Breakthrough Initiatives, Ribbit Capital, Thrive Capital, Union Square Ventures, Creative Destruction Lab, Kiva, Mercy Corps und Women’s World Banking.

In dem Schreiben heißt es weiter, dass Facebook keine Informationen über die Sicherheit von Libra und Kalibriergerät zur Verfügung gestellt hat, was Millionen von Nutzern Risiken und das Fehlen klarer Regelungen aussetzen könnte. Wenn solche Produkte unreguliert bleiben, könnten sie die US-amerikanische und globale Finanzstabilität erheblich gefährden. In dem Schreiben wird weiterhin beschrieben, wie Investoren und Verbraucher, die in Libra Geschäfte tätigen, ernsthaften Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre und der nationalen Sicherheit, der Cybersicherheit und der Handelsrisiken ausgesetzt sein könnten, indem sie zu einzigartigen Zielen für Hacker werden und sogar illegale Aktivitäten und Geldwäsche unterstützen. Nicht zuletzt konzentriert sich das Schreiben auf die großen Auswirkungen, die Facebook aufgrund seiner massiven Akzeptanz weltweit hat; genau deshalb versuchen die Regulierungsbehörden, seine Entwicklung zu stoppen und öffentliche Anhörungen über die Risiken und den Nutzen der kryptowährungsbasierten Aktivitäten durchzuführen und legislative Lösungen zu sondieren.